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Der Onboard-Trend: Warum vertikale Kameras 2026 die Rennsport-Werbung neu erfinden

16. Juli 20266 Min. Lesezeit· driver.show Redaktion
Der Onboard-Trend: Warum vertikale Kameras 2026 die Rennsport-Werbung neu erfinden

Von der GoPro auf dem Helm bis zur 4K Cockpit-Kamera: Wer 2026 keine vertikalen Onboard-Aufnahmen liefert, verliert das Rennen im Sponsorenmarkt. Ein Werkstattbericht.

Wer 2026 ein Rennauto präpariert, denkt in vier Dimensionen. Die vierte ist die Kamera. Und genauer: die vertikale Kamera. In den letzten 18 Monaten hat sich der Onboard-Content in Deutschland grundlegend verändert. Wer nicht vertikal filmt, wird nicht gesehen.

Der Auslöser: Der Algorithmus

Es ist keine Geheimniskrämerei. TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts pushen vertikales Material. Wer horizontal filmt und danach vertikal beschneidet, verliert an Bildqualität und wird vom Algorithmus messbar schlechter bewertet.

Für den Motorsport bedeutet das eine kleine Revolution. Die klassische Rennwagen-Kamera saß immer in einer Position, die für horizontales Broadcast-TV optimiert war. Weitwinkel, hoch angebracht, hinterm Helm. Für vertikales Material ist das nicht ideal.

  • Klassische Onboard-Position: oberhalb des Helms, 21:9 oder 16:9
  • Neue Onboard-Position: direkt vor dem Fahrer, 9:16, zeigt Helm, Lenkrad und Handschuhe im Bild

Cockpit-Perspektive

Was Sponsoren jetzt anders bewerten

Der Markt hat sich schneller angepasst als die Fahrer. Große Motorsport-Sponsoren in Deutschland verlangen 2026 in praktisch jedem Vertrag eine vertikale Kamerarolle als Deliverable.

Das heißt: Wer ein Sponsoring-Paket abschließt, muss vertraglich zusichern, dass in einer festgelegten Anzahl an Rennwochenenden vertikales Material entsteht und geliefert wird. Für die klassische Rennleitung war das erst ungewohnt. Inzwischen ist es Standard.

Die Zahlen dahinter sind einleuchtend. Ein hochkant geschnittener Onboard-Moment aus einer echten Rennsituation performt auf TikTok im Schnitt fünf bis zehn Mal besser als der gleiche Content in horizontaler Ausrichtung. Für Sponsoren, deren Ziel Reichweite ist, ist das der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten ROI.

Die technischen Herausforderungen

Wer vertikal filmen will, muss ein paar Dinge lösen.

Erstens: Die Positionierung. Eine Kamera vor dem Fahrer im 9:16-Format braucht einen Halterahmen, der aerodynamisch sauber ist und im Falle eines Unfalls den Fahrer nicht verletzt. Das ist einfacher gesagt als getan. TÜV und Rennleitung sind in Deutschland streng.

Zweitens: Die Kabelführung. Eine 4K-Kamera braucht Strom und Datenkabel, die sicher verlegt werden müssen. In modernen Rennautos ist das kein Kinderspiel.

Drittens: Die Nachbearbeitung. Vertikale Onboards zu schneiden erfordert andere Workflows. Wer noch mit klassischen Video-Editoren arbeitet, verliert Zeit.

Was driver.show hier macht

Wir haben von Anfang an vertikal produziert. Nicht aus PR-Gründen, sondern weil unser Publikum zu 78 Prozent mobil unterwegs ist. Jedes Auto in unserem Arsenal hat ab Werk eine vertikale Kamerarolle. Das ist bei uns nicht Sonderausstattung, das ist Standard.

Der Effekt: Wir haben pro Renntag rund 40 bis 60 verwendbare Onboard-Momente. In horizontaler Produktion wären es 15 bis 20. Das dreifache Volumen bei gleicher Vorbereitungszeit ist ein Wettbewerbsvorteil, den wir nicht abgeben.

Die Zukunft: 360 Grad und AI-Cut

Wir sehen 2027 zwei Trends deutlich am Horizont.

Trend eins: 360 Grad Onboard. Kameras, die den kompletten Cockpit-Bereich in einer einzigen Aufnahme aufzeichnen und aus denen im Nachhinein sowohl horizontale als auch vertikale Cuts extrahiert werden können. Erste Prototypen laufen schon.

Trend zwei: AI-basierte Cut-Vorschläge. Systeme, die aus einem Rennwochenende automatisch die besten Momente extrahieren und mundgerecht in vertikale Reels schneiden. Was heute noch ein Mensch macht, wird 2027 zunehmend automatisiert.

Wir arbeiten an beiden Fronten. Wir werden nicht der erste sein, der es hat. Wir werden der erste sein, der es in einer Weise nutzt, die den Content besser macht statt schlechter.

Was das für die Community bedeutet

Wenn du 2026 selber Content produzierst und in die Motorsport-Nische willst: Investier in eine gute vertikale Kamerarolle. Eine gebrauchte GoPro Hero 11 kostet 250 Euro. Eine gute Halterung für ein Cockpit 80 Euro. Die restlichen 20 Euro sind für Kabel und Zubehör.

Für 350 Euro kannst du 2026 vertikale Onboards produzieren, die deinen Content messbar nach vorne bringen. Das ist wenig Geld für viel Ergebnis.

Fazit ohne Umschweife

Der Motorsport ist ein bildstarkes Sportformat. Wer die Bilder nicht in dem Format liefert, das die Plattformen bevorzugen, gibt Reichweite freiwillig ab. 2026 gibt es dafür keine Ausrede mehr.

Wir bei driver.show haben das früh verstanden und danach gehandelt. Der Rest der Szene sortiert sich noch. Wer sich fragt, wie unser Content-Approach in der Praxis aussieht: unsere Episoden zeigen die Umsetzung.